» Berliner Wörter von A bis Z

 

 

A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z

zurück zum Anfang einen Buchstaben zurück einen Buchstaben vor zum letzten Buchstaben

.

B

Baa-Affe im 19. Jh. für ein neugierig zuschauendes Kind.
Babyschubsen
 Teenagertanz.
Backbeere Backbirne.
Backe Drohung: »Dir hau ick den Putz vonna Backe!«
Backobst  »Danke für’t Backobst.«, ironische Ablehnung. Wahrscheinlich abgeleitet von der soldatischen Bezeichnung Lazarettpflaume, die in der preußischen Armee gebraucht wurde.
Backpfeifengesicht  »Der hat’n richt’jet Backfeifenjesicht.«, im erweiterten Sinne ein dümmlicher Gesichtsausdruck.
Backzahn Im 19. Jh. ironisch für Infanterie-Offizier. Soll auf den Spruch Friedrich des Großen zurückgehen: »Die Infanterie ist dazu berufen, den Feind zu zermalmen«.
baden  »Dir ham se wohl als Kind zu heiß jebadet?«, du bist wohl verrückt?
baden gehen scheitern, untergehen.
Bäckerbraten Frikadelle.
Bärenführer Fremdenführer durch Berlin (Bärlin). Die Wortbildung erklärt sich aus dem Berliner Wappentier, dem Bären.
Bärenlina ironische Bezeichnung für die Berolina, das berühmte Denkmal, das von 1895-1944 auf dem ?? Alex stand.
Bärme Hefe. Ironisch für einen groß gewachsenen Menschen: »Dem ham se Bärme unter die Beene jelegt.« Auch: »Wat nachkommt, is Bärme.«, was nachkommt, taugt nichts mehr.
baff verblüfft. »Ick war janz baff.« »Da biste baff, wa?«
Bahnhof 1.  »Ick versteh immer nur Bahnhof.«, ich versteh gar nichts. 2. Gesicht: »Krist eene uff’n Bahnhof, daß de Kopp stehst.«
Balbier Barbier. Als Verb ›rasieren‹. »Jemand über’n Löffel balbieren.«, d. h. jemanden betrügen.
baletti machen etwas ordentlich machen. Von umgs. ›paletti‹.
Balg Kind, gelegentlich mit leicht negativer Konnotation. Seit dem 18. Jh. besonders im nordd. Raum.
Balkon  »Hat die ’n Balkon!« Ausruf des Erstaunens über eine vollbusige Frau.
Ballast der Republik (ostberl.) ironisch für den Palast der Republik. ?? auch Pallazo Prozzo
.
ballern schießen.
Ballon   (ital. pallone = großer Ball) Kopf. Drohend: »Ick jeb’ da gleich wat uff’n Ballon.«
Bammel Furcht. Rückbildung und Übertragung von bammeln = sich schaukeln, hin und her bewegen. An der Dahme, einem Nebenfluß der Spree, gibt es bei Grünau eine Stelle, vor der Segler aufgrund der Strömungen »Bammel haben«, weswegen diese Stelle Bammelecke genannt wird.
Bammelage (frz. ausgesprochen) Alles, was runterhängt oder runterbaumelt, z. B. Ohrringe. Adjektivisch bammelig für schlecht sitzende Kleider.
Banane  »Die Banane ist geschält.«, der Fall ist abgeschlossen, die Sache ist gelaufen.
Bange Furcht, Angst. »Bange machen jilt nich.« »Hab mal keene Bange.«
Bank  »durch de Bank reden«, durcheinander oder auch miteinander reden. »durch de Bank durch reden«, d.h., ein jeder redet.
barft barfüßig, mit bloßen Füßen.
barfuß nackt, in der Wendung »Ick war barfuß bis zum Halskragen.« Abgeleitet von im 19. Jh. »barfuß bis an die Schultern«.
barmen (nordd. und omd.) jammern, bitten.
Bart  »Nu is der Bart ab!«, jetzt ist es vorbei.
Batz Kopf. »Krist gleich war vor’n Batz!«
Bauklötze staunen äußerst verwundert sein. Klötzer vielleicht in Analogie zu Glotzen = Augen. Um 1900 in Berlin aufgekommen.
Beamtenbutter Senf.
beaten (jgdsprl.; engl. to beat = den Takt, die Trommel schlagen) tanzen.
beboomölen  »Dit is zum Beboomölen!«, das ist zum Verrücktwerden.
bedeppert eingeschüchtert, aber auch betrübt, ratlos.
bedient sein von etwas genug haben, einer Sache überdrüssig sein. »Ick bin bedient.«
Bedrullje ?? Bredullje
.
beduddeln bezahlen.
Been ? Bein
.
Beerblanc
 Beure blanc, eine weiche Birnenart mit gelber Schale.
Beergrin
 Beure gris, eine ähnliche Birnenart wie ? Beerblanc mit grauer und grüner Schale.
Beerdigung  »Der wird erst bei seine Beerdigung nüchtern sein« sagt man über einen ? Schluckspecht
.
Beesinge Heidelbeere, von goth. basi, die Beere.
befizelt betrunken.
befummeln (nd. fummeln = suchend umhertasten) betasten, befühlen. Klage eines Teenies: »Mußte ma gleich befummeln?« Auch in der Bedeutung ›bewerkstelligen, zustande bringen‹ gebraucht.
begraben Kritik an einer schlechten Leistung: »Laß da begraben.«
begrapschen betasten, ? befummeln
.
beharkt dumm, nicht bei Verstand.
beibleiben fortfahren, weitermachen.
beibringen lehren. Androhung von Schlägen: »Dir werd’ick de Flötentöne beibringen.«
Bei-mir-Wendungen die vor allem in den 20er Jahren aufkamen. »Bei mir - Taschenuhr« = »Dich kann ich alle Tage aufziehen!« oder auch »Du kannst mir gestohlen bleiben!«
Bein tritt in zahlreichen Redewendungen auf. Bereits im 19. Jh. »Dir werd’ ick Beene machen«, dir werde ich auf die Sprünge helfen. »Nimm die Beene in die Hand!« ist eine Aufforderung zur Eile bzw. zur Flucht, jemand, der sich nicht überarbeitet, »reißt sich keen Been aus.« Ein dicker Mensch wird als »Pfannkuchen mit Beene« bezeichnet, eine Mahnung kann umschrieben werden mit »Den müssen wa uff de Beene treten!«, hingegen sagt man über jemanden, der eifrig ist: »Der is mit beede Beene rinjesprungen.« Die Jebrüder Beeneken meint die Füße.
Beenbruch  »Dit is doch keen Beenbruch.«, es ist nicht weiter schlimm.
bekaspern (jidd. kaswen = lügen) etwas bereden.
bekaufen sich ungünstig einkaufen.
bekloppt dumm, schwer von Begriff. Abgeleitet von Schläge (? Kloppe) auf den Kopf bekommen.
beknackt verrückt, dumm. Von frühnhd. knacken = einen Sprung, Riß bekommen.
bekotzt  »Der macht heut wieder ’n janz Bekotzten.«, er macht auf vornehm.
belatschern jemandem etwas aufschwätzen, jemanden rumkriegen, etwas zu tun, jemanden vollquatschen.
Bellermann   Hund.
bemogeln
 jem. betrügen.
Bemme (sächs.) selten für Brotschnitte. ? auch Stulle. Bei Luther 1532 als ›butterbam‹ belegt.
Bengel frecher Junge.
Benim bzw. Benimmse   Benehmen, Anstand. »Der hat ja überhaupt keen Benimm.«
beölen  »Ick könnt ma beölen.«, kaputt lachen. Mit Bezug auf ölen = harnen.
beräbbeln bezahlen, abgeleitet von ? berappen
.
berappen bezahlen. Abgeleitet vom Rappen, einer älteren Münze, deren Adlerkopf als Rappe (= Rabe) verspottet wurde. Auch substantivisch Berappung: »Jetz kommt ’ne schöne Berappungsarie«, es muß noch ganz schön was bezahlt werden.
Berg  »über den Berg gehen«, früher nach Spandau ins Gefängnis kommen. Bezog sich auf den Berg bei Charlottenburg zwischen Berlin und Spandau. Wer heute »über’n Berg is«, ist soweit genesen, daß das Schlimmste überstanden ist.
Berolina ? Bärenlina
.
berühmt  »Dit is nich berühmt«, das ist nichts Besonderes, nichts Gutes.
berumpsen betrügen.
Bescheid stoßen  »Den werd’ ick Bescheid stoßen.«, den werde ich zurechtweisen, ihm mit Nachdruck meine Meinung sagen.
bescheuert   dumm, ? bekloppt
.
beschickert (jidd.) leicht angetrunken. Auch angeschickert.
beschlafen überlegen. »Dit muß ick ma’ noch beschlafen!«
beschmuddeln (nd. smuddelig = schmutzig) beschmutzen.
beschnuppern beriechen, jemanden näher kennenlernen.
beschnurgelt betrunken.
beschummeln betrügen.
beschupsen betrügen, besonders beim Kartenspiel.
beschwipp(s)t im 19. Jh. für betrunken.
Besen  »Ick fress’n Besen!« Ausruf des Erstaunens.
besengt (ahd. bisengen = an-, verbrennen) verrückt.
bestellen  »Der sieht aus wie bestellt und nich abjeholt.«, wie verloren aussehen.
Besuchsbesen Blumenstrauß
betäuben betrügen.
betalpschen betasten.
Betteltanz Lärm. »Jetz fängt der Betteltanz schon wieder an!«
Bettflunder Wanze.
bezähmen sich einen trinken.
bibbern 1. frieren, zittern. 2. sich auf den Weg machen.
Bibi auch Bibifax früher für Zylinderhut. Von Bibi für Biberpelz.
Biene flottes, hübsches Mädchen.
Bierbaß grobe Baßstimme, tiefe Stimmlage durch häufiges Betrinken.
Bierbauch dicker Bauch.
Biergeld Trinkgeld.
Biertante weibliche Bedienung in einer ? Kneipe
.
Bifi (jgdsprl.) Kontrolleur der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Mit Anspielung auf die kleine Salami Bi-Fi; auch im Sinne von ›er ist ein kleines Würstchen‹.
Bimbam  »Ach du heil’jer Bimbam!« Ausruf des Erstaunens, wenn ein Mißgeschick passiert ist.
Bimse Prügel. Vorwiegend gebraucht als Verb verbimsen. »Den ham wa ordentlich verbimst.« Abgeleitet von bimsen = schinden, drillen, das in der Soldatensprache des 19. Jhs. in dieser Bedeutung belegt ist.
Binde für Halsbinde. »sich eenen hinter die Binde kippen«, sich betrinken. Um 1800 aufgekommen, als Kragen noch unbekannt waren.
Binsen  »in de Binsen geh’n«, verlorengehen, kaputt gehen. Abgeleitet aus der Jägersprache vom Wild, das im Binsengebüsch verschwunden ist.
Birne Kopf. »Dit riecht hier so nach Obst, hat eener vielleicht ’ne matsch’je Birne?«
Bisse
 keifiges Weib.
blaffen schimpfen, meckern.
Blaffke spöttisch für ›feiner Herr‹.
Blak (nd. Ruß) Unsinn. »Quatsch doch nich so’n Blak!«
Blaken Kinder.
blamieren (frz. blâmer = tadeln) »Der blamiert die janze Innung.«, all seine Freunde und Kollegen.

Blanker
 (ostberl.) reines Benzin/Super statt Benzin-Öl-Gemisch. Vgl. auch frz. ›blanc‹ in der Bedeutung ›sauber, rein‹.
Blase  »Die janze Blase«, die ganze Gesellschaft, die ganze Verwandtschaft. Generell für eine Ansammlung unerwünschter oder unsympathischer Menschen. Stammt aus der Studentensprache des 19. Jhs. und war ein Scheltwort für eine lose Studentenverbindung.
blau 1. betrunken. »Nach dem Fusel biste blau wie ’ne Radehacke.« Abgeleitet vom Schwindelgefühl, das seit dem 16. Jh. in folgender Wendung ausgedrückt ist: »Mir wird blau (schwarz) vor Augen.« Der Betrunkene ist so voll wie die mit Erde, Unkraut und Wurzeln gefüllte Radehacke.
Blech Unsinn. »Red’ doch keen Blech!«
blechen (stud. 18. Jh.) bezahlen.
Blechkremser Nostalgische Bezeichnung für die nicht mehr vorhandene Straßenbahn. Mit Bezug auf den Kremser, einem Pferdewagen, benannt nach dem Berliner Hofrat Kremser, der Anfang des 19. Jhs. die Erlaubnis erhielt, am Brandenburger Tor die Wagen zu vermieten und fahren zu lassen.
Blechmesse Autoausstellung.
Blei (schülsprl. seit dem 19. Jh.) Bleistift. Anstelle von zum Beispiel sagt man auch zum Bleistift
.
Blindenwasser Wodka.
blöde dumm. Für Personen: Blödhammel, Blödmann, Blödian. »Dit is’n Blödian.«, der hat keine Ahnung. Um eine Aussage zu verstärken: »Dit is blödsinnig teuer.«
Blonde  »eine kühle Blonde«, eine Glas Berliner Weißbier. Vielleicht in Nachahmung von frz. ›une bière blonde‹.
Blubberfritze   Jemand, der undeutlich spricht. Aber auch jemand, der immerzu rummeckert. Zusammensetzung aus umgs. blubbern = hastig und unüberlegt sprechen und ? Fritze
.
Blubberkopp   ? wie Blubberfritze
.
blümerant (frz. bleu mourant, mattblau) unwohl, matt. »Ick fühl ma janz blümerant.« Im 19. Jh. nach der Farbe, die Ohnmächtige zeigen, umgedeutet.
Blümchenkaffee  »schwarzer Kaffee«, der so durchsichtig ist, daß die auf dem Boden der Tasse gemalten Blumen zu sehen sind.
Blumentopp  »Da kannste kenn Blumentopp jewinn’.«, da kannst du nichts erreichen. Basiert auf Jahrmarktsverlosungen mit Blumentopfgewinn.
Blutblase (ostberl.) rote Mütze der Bahnsteigaufsicht.
bockig ungezogen, halsstarrig.
Bockmist 1. Blödsinn, Quatsch. »Red doch bloß nich wieder so’n Bockmist.« 2. Unsinn: »Mach bloß keen Bockmist!« Bockmist (Kot des Bocks) verstärkt den Begriff Mist = Blödsinn.
Bockschein gesundheitspolizeiliche Bescheinigung für Prostituierte.
Bodenäpfel Kartoffeln. Vgl. frz. pommes de terres.
Bohne  »Der hat ja nich die Bohne Ahnung.«, nicht die geringste Ahnung haben.
Bohnenbrühe Kaffee.
Bohnenstange hagere Person, dünner Mensch.
bölken
 rulpsen. Wahrscheinlich abgeleitet aus ›blöken‹.
Bolle 1. Zwiebel (lat. cibolla, mnd. sibbolle). Auch für 2. Armbanduhr, 3. Kartoffel und 4. Loch im Strumpf. »Leck’ mir die Bollen!«, laß mich in Ruhe. »Sich freuen wie Bolle uff’m Milchwagen« leitet sich von den Kutschern der früheren Berliner Molkerei ab, die auf Pferdewagen laut bimmelnd die Milch brachten und als volkstümliche Figuren populär waren. »Sich wie Bolle amüsieren« fußt auf dem Berliner Lied mit dem Kehrreim: »Aber dennoch hat sich Bolle janz köstlich amüsiert«.
Bollenpiepen Lauch.
bolzen lärmen, sich prügeln, aber ebenso für regelwidrig Fußball spielen.
Bombenschmeißer im 19. Jh. sarkastisch für Artillerieoffizier.
Bommel 1. Ohrring, 2. Troddel und 3. Quaste.
bonfortionös (frz. bon + fort + Endung) außerordentlich, wunderbar.
bong (frz. bon) gut, in Ordnung.
Bonnis Ranch Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik in Berlin-Wittenau.
Bonnje (sorb. banja = Kopf) Kopf. Eine »kahle Bonnje mit Spielwiese« ist eine Glatze mit Haarkranz.
Bonzenheber Fahrstuhl.
Bonzenschleuder (ostberl.) PKW-Wolga aus sowjetischer Produktion.
Boofke (nd. buff = flegelhaft) ursprünglich Schifferknecht, heute für einen ungehobelten Kerl mit Geld, aber ohne Manieren.
botten laufen, traben. Insbesondere losbotten. Substantivisch für Stiefel, Schuhe (frz. botte).
Boulette ? Bulette
.
Bowel Ramsch.
brabbeln undeutlich sprechen, insbesondere »in seinen Bart brabbeln.«
bramsig (nordd.) prahlerisch.
Bräsicke wer »wie Bräsicke dasitzt«, der fühlt sich wohl.
Brass (mnd. bras = Lärm) Zorn, Wut.
braten  »Nu brat’ mir eener ’n Storch!« - Ausdruck des Erstaunens. Den Braten riechen, etwas merken. Jemandem »eene braten«, ihm eine runterhauen. Mit einer Frau, die »nen Braten inner Röhre hat«, wird nicht unbedingt eine Frau bezeichnet, die gerade einen Braten zubereitet, sondern die schwanger ist. »Keen Hemd uff’m Arsch, aber schon ’n Braten inna Röhre!«
Bratenrock Festkleid.
Bratenstipper Frack.
Brathahn eine Person, die man beim Spiel o. a. leicht ausnehmen kann.
Bratkartoffelverhältnis Liebesverhältnis ohne Eheversprechen.
bratschig prahlerisch.
Bratschleiche
 häßliche Frau.
Braunbier  »Er sieht aus wie Braunbier mit Spucke.«, blaß, krank.
Braunschweiger Fensterkitt Kot.
Braut Freundin. »Haste meine Braut jeseh’n?« Abgeleitet von der aus dem Omd. stammenden Bedeutung »Verlobte«.
Brechmittel  »Der ist dit reine Brechmittel.«, der ist ein widerwärtiger Mensch.
Bredullje oder Bedrullje Schwierigkeit (frz. être breduillé in Schwierigkeiten sein). »Jetz sitzen wa janz schön inner Bredullje.«
Bregenpanne  »Der hat ’ne Bregenpanne.«, der ist verrückt. Auch bregenklüterich ? bekloppt
.
breitschlagen überreden.
Bremsklotz für ? Bulette
.
Briefmarke  »Dein Kopp uff der Briefmarke, und die Post jeht Pleite.«
Brieze, Briezkeule Bruder, Schwester (vgl. obs. Brizel Junge). Seit 1850.
Brot  »Dit frißt uns keen Brot.«, das kann länger aufbewahrt werden, das hat Zeit.
Brüsche Beule am Kopf. Jemand, der übereifrig ist, »läuft sich Brüschen«.
bubbern pochen, klopfen.
Buch  »Wenn de so weitermachst, krist ’ne Ohrfeige, wie’t im Buche steht.«, also eine vorbildliche.
Buchte Bett. Mnd. neben ›Biegung‹ auch ›Stall, Pferch‹.
Buckel einziehen sich zurückziehen, kneifen.
Bucker 1. große Murmel. »’nen Bucker schieben« gleich »’ne ruhige Kugel schieben«, was meint langsam und ruhig arbeiten. 2. Kopf, 3. großes Ding und 4. Brüste der Frau.
Buddel (frz. bouteille) Flasche.
buddeln graben. Das Substantiv Buddelei bezeichnet Arbeiten beim Straßenbau. Wenn Kinder buddeln, spielen sie mit Sand. Vgl. engl. to paddle.
Bude (md.) Laden, Zimmer, Wohnung.
Budike (frz. boutique) Laden, Kneipe. Heute kaum noch gebräuchlich.
Bückling  »Bücklinge machen«, sich devot verbeugen.
Bügelbrett flachbrüstige Frau.
büschen ein Kind schaukeln. Bei Glaßbrenner: »Er soll man blos die Kleene en bisken büschen.«
buffen (mhd. puff = Stoß) herumstoßen, anstoßen.
Bulette 1. Frikadelle. Ob Ketchup oder Curry dazugehört, sei dahingestellt. Eines aber ist gewiß: ob Arbeiter, Angestellter oder Professor - jeder hat sie schon mal gegessen, und jeder Berliner kennt ihren Namen. Das Wahrzeichen der Berliner Speisekarte ist allen bekannt, weniger jedoch ihr hochdeutscher Name. Wahrscheinlich wurde die Bulette von den Hugenotten mitgebracht, auf jeden Fall leitet sich ihr Name von boulette, d. h. Fleischkügelchen, ab. Einen hohen Fleischgehalt der Bulette scheinen die Berliner allerdings zu bezweifeln, warum sonst hätte die Bulette Spitznamen wie Bäckerbraten, Semmeltörtchen oder Kampfbrötchen. 2. ironisch für Polizistin und 3. Frauenbrust.
Bulle 1. Polizist. Ein Streifenwagen heißt folgerichtig Bullentaxe. 2. ? Bulette und 3. Elektrolok der Industriebahn in Schöneweide.
Bullenwinkel allgemein für FKK-Strand, abgeleitet vom Berliner FKK-Strand namens Bullenwinkel.
Bullerkopp aufgeregter Mensch, Choleriker.
bullern 1. meckern. 2. Wenn der Ofen bullert, dann verströmt er eine starke Wärme. Variante zu ›poltern‹, frühnhd. bollern.
Bulli 1. Kurzform für ? Bulette und 2. VW-Bus.
bummern mit den Fäusten trommeln, z. B. gegen die Tür.
Bums obskure Kneipe. »Uff’n Bums jeh’n«, z. B. ein Vergnügungslokal in der Potsdamer Straße besuchen. Auch Bumskeller, im 19. Jh. für Viktualienkeller.
bumsig tölpelhaft.
Bumskeule früher Bezeichnung für die Frucht der Rohrkolbe, heute für Kopf.
Bumskopp Dickschädel.
Butter  »Allet in Butter!«, alles in Ordnung.
Butterblume für Löwenzahn.
Butterbrot  »für’n Butterbrot verkoof’n«, etwas billig verkaufen, vgl. frz. pour un morceau de pain. Gleich »für’n Appel und ’n Ei verkoof’n.«
Butterfritze Butterverkäufer. ? auch Fritze
.
Butterstullen schmeißen einen flachen Stein so über das Wasser werfen, daß er in mehreren Sprüngen über das Wasser hüpft.
Butze (nd. butt = stumpf, plump) 1. dummes Mädchen und 2. eine Frau, die mit jemandem ein Verhältnis hat, der sie nicht heiraten will.